Unsere guten Gene

Hallo und herzlich willkommen zu meinem neuen Blog. Hier geht’s ums Abnehmen, aber nicht mithilfe von Mitteln in Pillen- und Pulverform, sondern unter Nutzung der gewöhnlichen Nahrung. Ernähre dich, wie du es gewohnt bist, verzichte auf nichts. Friss alles und nicht die Hälfte, dazu gehören auch Fett, Kohlenhydrate und Proteine, und bewege dich!

Kritisch betrachten

Mein neuer Blog soll dir helfen aus den vielen Ratschlägen, die man in einschlägigen Zeitschriften, Büchern, und vor allem immer öfter im Internet liest, die für dich nützlichen heraus zu filtern. Bei der Fülle an Tipps und Empfehlungen ist das gar nicht so einfach. Speziell die Tipps und Empfehlungen aus dem Internet solltest du besonders kritisch gegenüberstehen, weil diese sich oft ändern. Was heute als empfohlen wird, kann morgen schon wieder als schädlich dargestellt werden, und umgekehrt. Aus eigener Jahrzehnte langer Erfahrung und Überzeugung kann ich dir das Magazin fit for fun guten Gewissens empfehlen, weil hier ständig etablierte Mediziner, Ernährungsexperten und andere Wissenschaftler zu Wort kommen. Ich will hier auch nicht viel Zeit und Raum verschwenden, um auf die aus meiner Sicht schädlichen und nicht empfehlenswerten Dinge einzugehen, sondern mich lieber den hilfreichen und wertvollen Sachen, wie Ernährung und Training widmen. Die Gewichtskontrolle oder -reduktion, Muskelaufbau und Steigerung der Ausdauer sind ein so komplexes Thema, dass es keine allgemein gültigen Ratschläge dafür gibt.

Welcher Körpertyp bist du?

Das hatte schon vor fast 80 Jahren der Psychologe William Sheldon in einer Studie heraus gefunden, in der er feststellte, dass drei Körpertypen, auch als Somatypen bekannt, existieren. Unter dieser Bezeichnung werden drei Gruppen des menschlichen Körperbaus unterschieden.

Der ektomorphe Körpertyp zeichnet sich durch einen sehr schmalen, großen Körperbau aus.

Den mesomorphen Körpertypen erkennst du an seiner schmalen Hüfte und den verhältnismäßig breiteren Schultern.

Der endomorphe Typ ist das komplette Gegenteil des ektomorphen Typen.

Diese unterschiedlichen Körpertypen beschreiben nicht nur die anatomischen Eigenschaften, sondern auch den Stoffwechsel eines Menschen. Wie schwierig die Erstellung eines maßgeschneiderten Trainingsplanes ist erkennt man daran, dass der Großteil der Menschen sich gar nicht eindeutig einer dieser Gruppen zuordnen lassen, sondern Mischtypen sind. William Sheldon ging in seiner Studie von 1942 auch davon aus, dass eine Zuordnung zwischen Körperform und Charakter besteht. Diese These ist aber längst widerlegt. Ich kenne einige Leute in meinem Umkreis, die mit den in der Headline genannten guten Genen gesegnet sind. Die Essen täglich, was ihnen schmeckt, und hatten nie Übergewicht. Zwar verfügen sie über keine erkennbare Muskelmasse und ihnen bleibt bei körperlicher Anstrengung schnell die Puste weg, aber das scheint sie nicht zu stören. Wie oft kommt es in unserer technisierten Welt vor, dass wir uns wirklich mal anstrengen müssen. Meine Ex ist auch mit diesen guten Genen bestückt. Regine hat nie Sport getrieben, ich hab sie niemals laufen sehen, nicht mal dem Bus hinterher, und trotzdem hat sie noch heute, mit 53 Jahren einen Körper von dem viele Fitness-Freaks träumen. Warum wir uns getrennt haben? Ich war ihr zu rastlos. Ich hatte selber nie Übergewicht. Wahrscheinlich bin ich auch ich mit den guten Genen bestückt. Das reichte mir aber nicht. Ich wollte nicht nur schlank sein, sondern fit und mit einem gewissen Maß an Muskeln bestückt.

Verzichte beim Essen auf nichts

Dein Spiegel lügt nicht. Meiner auch nicht, und das muss er auch gar nicht, denn ich bin, wenn man den Kopf einmal ausklammert, ausgesprochen zufrieden mit meinen Aussehen. Ich würde mich nicht als hässlich bezeichnen, aber an seinem Konterfei hat fast jeder etwas zu bemängeln. Aber vom Kopf abwärts ist es durchaus okay. Dabei habe ich einen BMI-Wert von 27,3 – ooops, Übergewicht! Aber das sollte man nicht überbewerten. Seit ich in der Grundschule meine sportlichen Ambitionen entdeckte, habe ich regelmäßig Sport getrieben, was wahrscheinlich maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich mich in meiner Haut seit 57 Jahren so wohl fühle. Ich bezeichne mich als Bewegungstier und als Genießer, was das Essen betrifft. Das gezielte Vermeiden von Fetten und Kohlenhydraten kommt für mich nicht in Frage. Wer körperliche Leistung erbringt, braucht auch Energie, und die steckt nun mal konzentriert in Fetten und Kohlenhydraten. Man muss diese Bestandteile der Nahrung nur differenzieren, und die richtigen zu sich nehmen. Beim Fett sind dies die (mehrfach) ungesättigten Fettsäuren, und bei den Kohlenhydraten die langkettigen Varianten. Überhaupt will ich hier mal eine Lanze für das „böse Fett“ brechen. Fett ist nicht nur ein unverzichtbarer Geschmacksträger, sondern auch der hochwertigste Leistungslieferant in unseren Speisen, darüber hinaus sind viele lebensnotwendige Vitamine nur in Fett löslich, können also nur mit dessen Hilfe im Blut zu den Organen transportiert werden.

Beweg dich!

Dieses Essverhalten führt allerdings nur zum Erfolg, also zum Abnehmen oder Gewichtsregulierung, wenn du mindestens die zugeführte Energie wieder verbraucht, indem du dich ausreichend bewegst. Mit anderen Worten – die Energiebilanz muss stimmen. Dann kannst du dir gelegentlich ein paar Sünden erlauben. Ich habe jedenfalls kein schlechtes Gewissen, wenn ich spontan auf einen Burger bei McDonald’s einkehre, oder mir mehrfach die Woche eine Flasche Bier und eine Tüte Chips beim Fernsehthriller gönne. In diesen Ausnahme-Fällen nehme ich zwar die schlechten Fette und Kohlenhydrate auf, weil ich mir aber die meisten Speisen selber frisch zubereite, und mich viel bewege, überwiegt die positive Bilanz der Nährstoffe. Die größte Bestätigung, dass ich alles richtig mache erhalte ich täglich durch meinen Spiegel, nicht durch die Waage, wo sich der Zeiger gerne bei 90kg einpendelt, was bei einer Größe von 1,80m auf dem erste Blick zu viel erscheint. Allerdings wird mir jeder Sportler bestätigen, dass Muskeln schwerer sind, als Fett, und mit dieser Definition kann ich gut leben. Vielleicht spielen auch die vielzitierten Gene eine nicht zu vernächlässigende Rolle beim Stoffwechsel. Vielleicht bin ich mit diesen guten Genen ausgestattet, wodurch es mir von Beginn an leichter war, unbeschwert alles essen zu dürfen, und trotzdem ein gesundes Gewicht zu halten. Den größten Einfluss hat aber sicher die Freude an der Bewegung, und die tägliche Bestätigung, dass sie meinem Wohlbefinden dient.

Fazit: Die Bilanz muss stimmen, und du darfst dir die Freude am Essen und an der Bewegung nicht nehmen lassen. Denn wenn beides, gesundes Essen und Bewegung zur Pflicht wird, geht der Spaß daran verloren, und das wäre doch wirklich schade. Worauf wartest du noch? Los, beweg‘ dich!

Sportliche Grüße!
H.P.